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Auszüge aus Thezmar´s Tagebuch
>Erschien es mir doch merkwürdig, dass ich mich nicht mehr an Dinge erinnern kann die vor meinem Akademiebeitritt geschehen sind, namentlich meine gesamte Kindheit!! Ist es nicht seltsam, ich habe nur vage Bilder von einer Sippe, es war kalt dort, mehr weiß ich nicht.
Nun, ich spreche recht fehlerhaft eine Sprache namens Alaani, wie ich raus gefunden habe gehört sie zu einer umherziehenden Sippe im Norden. Bin ich dort aufgewachsen? Heute bin ich mir sicher, dass dies kein zufälliges Ereignis ist. Mein Vater muss etwas damit zu tun haben. Doch was muss passieren, damit man seinem Sohn die Kindheit raubt? Oder ist er gar nicht mein Vater?
Vielleicht hat mein Vater meine Mutter ermordet und hat mich entführt, oder lebt sie noch?
Vielleicht wurde die ganze Sippe ausgelöscht und mein Vater ist mit mir in den Süden geflüchtet? Eins steht fest! Ich muss es herausfinden! Oder ist es nicht besser, wenn meine Mutter besser nicht davon erfährt was aus mir geworden ist?
Oder es … ach es gibt so viele Möglichkeiten …<
>Ich wusste es! Was wundere ich mich eigentlich? Natürlich wusste ich es! Habe ich doch heute meine Recherchen vertieft was die Magica Necromantia betrifft. Als das Opfer erkoren ward, habe ich es des Humores willen erstmal einmal verjagt mittels des bekannten Einflusszaubers HORRIPHOBUS. Ich wusste, natürlich tat ich das, ist er in meine Gasse ohne Entrinnen geflohen, ich wollte dass er in panischer Angst stirbt. Warum ich das wollte? Ja… warum eigentlich? Sagte ich nicht ich wär ein humorvoller Mensch? Doch sagte ich!
Nun als er dann tot war, habe ich ihn primus mittels eines SKELETTARIUS auferstanden lassen, mir war schon vorher aufgefallen dass der Zauber wenig Kraft benötigt, dafür aber auch nur schwache Untote erschafft. Zum Glück verstand er wenigstens die Gasse zu bewachen.
Also hatte ich genug Zeit für secundo: das Ritual. Ich erinnere mich noch genau, ein wenig Knochenmehl und Gruftstaub hatte ich; dazu ein menschlicher Schädel und einige abgetrennte, wenn möglich gar mumifizierte Leichenteile. Ich entschied mich für die längere Variante des INVOCATIO MAIOR, das so genannte INTEGRA-Ritual. Nach einigen Bann- und Schutzkreisen gegen die Art des Daimons, und die vorgesorgte Zauberkreide und Beschwörungskerzen machten es perfekt! Der Nephazz war stark im Willen, doch schlecht für ihn dass mein Wille stärker war! Ich befahl dem Daimon in den wandelnden Toten einzufahren. Er war stark! Stärker als wenn er in einen Nicht-Belebten einfährt.
Schwerer war die Austreibung des Daimons mittels der reversalierten Variante des INVOCATIO MINOR, die ich leider nur unzureichend beherrsche. Doch reichte es allemal gegen diesen schwachen Daimon!
Als der Leichnam dann umgefallen war, habe ich ihn tertio mittels des TOTES HANDLE erwecken lassen, dieser verdammte Zauber benötigt feste Matrices eingewoben in der Leiche. Aber dafür ist er stark und treu. Er versteht einige Komplexere Befehle, wie Sachen zu holen etcetera. Alsdann ich ihm den Befehl des Tür bewachens erteilte, murrte und knurrte kein Wort, und das schon seit zehn Tagen des Bewachens! Aber nun bin ich ausgelaugt…<
„Wald der Gräber“
Eine Geschichte außerhalb des Akademie-Geländes
>„Nach Albernia, Meister? Honingen? Wo liegt das? Im Osten von Albernia. Nun, Meister wenn sie es wünschen, aber vernachlässige ich nicht meine Studien? Ich… ja Meister!
Wie bitte? Nein, ich reise alleine… ja Meister selbstverständlich, wie sie wünschen.“
„Farfexa Fuxfell also! Mein Name kennen sie bereits, Thezmar Jurgavist Adeptus Minore des Convents der verfinsterten Sonnenscheibe, sphärenkundliches Institut und Halle der Geister zu Brabak.“
Eine lange Reise per Kutsche stand uns bevor, Farfexa sollte mir das außerakademische Leben zeigen.
Endlich in Honingen angekommen! Der Tag neigte sich dem Ende, ein klares, schönes Wetter für den Ingerimm. Geschäftiges Treiben in der Stadt. Der Markt war dabei zu schließen. Die letzten „feinsten Güte“ wurden feilgeboten. Auffällig war die starke Besatzung der Gardisten, sieht man so etwas nicht oft in Brabak. Die letzten Händler leerten ihre Waren. Fisch und Kohlköpfe landeten in den Rinnsteinen wenn die Gardisten nicht hinschauten. Sofort stritten sich die ausgemergelten Köter und Katzen um die so leichte Beute.
Ich kaufte mir ein goldbraunes Teigbällchen bei dem Krapfenbäcker, als es geschah.
Ein Ausrufer kam auf den Markt und verkündete, ich erinnere mich an jedes seiner Worte:
„Leute hört und lasst euch sagen, im Wald wird wieder Holz geschlagen.
Für die Straße nach Vairningen lässt unser König Äxte schwingen.
Er braucht kräft´ge Frau´n und Mannen, zu hau´n die Buchen und die Tannen.
Zum Stadthaus lauft voll Tatendrang und tragt euch in die Liste ein,
gar nobel ist der Königsdank!
Denn Taler gibt´s und Speck vom Schwein, zehn Silber soll ein Vorschuss sein.“
Wie lächerlich, denke ich noch, als Farfexa sich schon auf den Weg gemacht, und mich mitgezogen hat. Was soll das? Na ja, ich habe meinem Meister versprochen zu tun was Farfexa verlangt. Wir stellten uns am Stadthaus vor ließen uns eintragen und untersuchen.
Sehr misstrauisch beäugten sie mich, der als Magus natürlich erkannt wurde. Farfexa stritt mit ihnen und ich durfte dabei sein. Welch kurioser Schicksalsverlauf.
Mit einunddreißig Silbern und sechs Bronzen machte ich mich also auf den Weg.
Hinter dem Stadthaus waren schon reichlich Zelte aufgebaut. In einem von ihnen ließen wir beide uns nieder.
Zwei Tage bis zur eigentlichen Arbeit. Unser Gepäck wurde von Packpferden getragen.
Auf der Straße Havena-Honingen-Gareth, liegt das Dorf Vairnheim, wo mehrere Holzfäller herkamen. Ich hatte nun genügend Zeit mir die Leute genauer anzuschauen. Unser Trupp bestand aus der Weibelin Yasinde Holberk, eine drahtige Frau mit rotblondem Haar und Rasmund Algrein, die beide für Ordnung zu sorgen hatten. Hela Hiligon, eine braunhaarige Jägerin die sehr wortkarg ist und wenn überhaupt, nur mit der Weibelin redet. Sie ist verantwortlich für das auskundschaften der Gegend. Sie wäre eigentlich recht hübsch, wenn sie nicht ihre kurzen Haare selbst schneiden und frisieren würde. Brin Okenheld, ein blondgelockter Jüngling, legte ein deutliches Imponiergehabe an den Tag, er hatte eine Geliebte daheim, welches manch andere zu beneiden wussten, weshalb er auch vielleicht als erster zu Tode kam, aber dazu später. Grordan Damotil, der älteste im Trupp mit seinen fünfundfünfzig Götterläufen. Odilon Gesse, ebenfalls aus Vairnheim, so alt wie Brin, hat ebenfalls eine Geliebte daheim. Er weiß über die Magd Gwynna bescheid, dass sie vom Okenheld-Hof vertrieben wurde, als drei Kühe an einer Krankheit starben. Natürlich habe ich sie alle auf magische Fähigkeiten untersucht, und habe festgestellt dass niemand eine magische Ader trägt. Firisa Hainsaite wurde von den Männern sehr bevorzugt behandelt, weiß höchstwahrscheinlich an ihren achtzehn Götterläufen und ihrer Schönheit lag. Sie musste die ersten Tage wirklich kein Mal mit anpacken. Außer vielleicht nachts, wenn die anderen schliefen, muahahaha. Anpacken versteht ihr? Nun, Gwynna Karolus, eine Mittvierzigerin, mit rotgrauem Haaren zu einem Pferdeschwanz verflochten, kommt wie Brin, Odilon und Radulf aus Vairnheim. Sie weiß dass die drei Jungs alle dasselbe Mädchen lieben.
Binya Brauer, vierzig Götterläufe alt, ist eine schwarzhaarige Abenteurerin aus Havena, sie ist seit dem Tod ihres Mannes in Honingen niedergelassen. Efferdane Grabensalb, fünfundzwanzig Götterläufe zählend, ist eine schwarzgelockte Gauklerin mit einem buntem Kopftuch. Linai Korninger, eine dreißig Götterläufe alte Frau, machte anfangs Späße auf jedermanns Kosten, nur lachte niemand über ihren derben Humor (außer ich innerlich, wenn es andere traf) und deshalb ist sie jedem feindlich gesonnen gewesen. Radulf Kremso, aus Vairningen, so alt wie Brin und Odilon, hat eine tiefe Narbe von der Wange bis über das rechte Auge, er ist ein Einzelgänger. Parinor Trutzer, ein Mann dessen Alter ich nicht einzuschätzen vermag, hat graue Haare, trotz seiner jungen Züge. Er erzählte dass er dem Henkerstod entgangen ist und ist deshalb nicht sehr beliebt. Er verrichtet meist kleinere Arbeiten, wie Essen machen. Gorm Bachental ist der einzige der gelernter Holzfäller ist, er hat braune Haare und einen dichten Vollbart, er ist der Vorarbeiter. Und schließlich Farfexa Fuxfell, die genau wie ich fünfundzwanzig Götterläufe zählt, sie ist eine diebische Söldnerin.
In der zweiten Nacht schliefen wir alle in einer Scheune, am nächsten morgen überquerten wir die Tommel an der Furt. Einige Sträflinge waren dabei den Straßenbau vorzubereiten. Bis abends marschierten wir und schlugen an der Stelle wo die Arbeit am nächsten Tag beginnen sollte, unsere Zelte auf. Brin ging noch schnell in den Wald um einen Ersatzstock für das Zelt zu suchen, auch schon ein lautes Brummen und seine Hilfeschreie zu hören waren.
Ich eilte mit Farfexa ihm sofort zur Hilfe. Gemeinsam vertrieben wir die Bärin. Wir beide wurden äußerst bevorzugt mit Speck und anderen Kleinigkeiten.
„Baum fällt!“ schallte der Ruf über die Einschlagstelle. Langsam und gemächlich neigte sich die Krone der mächtigen Eiche. Doch - welch Schreck! – der Baum fällt in die falsche Richtung. Dort wo er scheint hinzu krachen stehen Brin und Grordan, die dabei sind einen Baum zu entasten. Mein Warnruf wurde von dem sägen übertönt, also rannte ich in ihre Richtung, und merkte dass ich zu langsam war. Mein Flim Flam sollte ihre Aufmerksamkeit auf mich lenken, doch sie sahen ihn nicht und wurden von Quadern von Holz zermalmt. Ab diesem Zeitpunkt war keiner mehr gut auf mich zu sprechen, sie waren der Meinung ich hätte etwas unternehmen können.
Es dauerte Stunden bis die große Eiche zersägt war und die beiden Kadaver gesichert werden konnten. Der alte Grordan hatte anfangs den Wunsch geäußert, falls ihm etwas zustoßen sollte wolle er unter Steinen im Wald begraben werden, viele hatten geschmunzelt, was solle im Wald schon passieren? Nun wussten wir´s. Der Alte wurde sofort nach seinen Wünschen verscharrt. Der junge Brin aber wurde gewaschen und gesäubert und lag nun auf Reisig und Decken aufgebahrt. Niemand redete ein Wort am Feuer, niemand aß etwas.
Ich starrte noch gedankenverloren ins Feuer und fragte mich ob der Tod ein zufälliger Unfall war oder ob jemand nachgeholfen hatte. Ich entschied mich. Ich bat die anderen diese Nacht die Totenwache zu halten, weil ich mich verantwortlich fühle über seinen Tod. Sie willigten ein. In der Nacht schliefen alle, bis auf Ra
smund der Wache hielt am anderen Ende des Lagers, ungefähr fünfzehn Schritt entfernt. Ich entschied mich seinen Wams nach eingenähten Verstecken zu durchsuchen. Vorne hatte ich nichts gefunden, Brin lag auf dem Rücken, also hielt ich es für klug ihn nicht umzudrehen, sondern ihn anzuheben und zu tasten. Ich trennte seinen Wams auf, was gar nicht so leicht war, ohne etwas zu sehen und die die Last eines Körpers zu heben. Endlich ist ein spanngroßes Loch geschnitten, dass meine Hand Problemlos rein passt, ich schaue noch mal zu Rasmund der mir glücklicherweise den Rücken zudrehte, aber leider in genau dem falschen Moment rüberschaute. Ich versuchte die Hand schnell wieder zurückzuziehen, doch was ist das, bei allen Dämonen! der Brin macht sich mit Absicht so schwer, ich hänge fest, da hilft nur eins, Ich beugte mich über meinen toten Kameraden und tat als wenn ich ihn beweine. Der Soldat schaute recht lange herüber, doch dann wendete er sich auch endlich wieder ab. Ich suchte noch einmal gründlich und staunte nicht schlecht als ich eine Karte aus Leder fand.
Danach entschied ich mich seinen Rucksack zu durchsuchen. Ich kauerte mich mit dem Rücken zu Rasmund und klemmte den Rucksack zwischen meine Beine. Beim Durchsuchen muss es für ihn ausgesehen haben als wenn ich ein Gebet halte. Eine Tunika, eine Wollhose, ein paar Ersatzschuhe und einkleines Beutelchen mit siebzehn Messingmünzen.
Die meisten Holzfäller essen auch am nächsten morgen noch nichts, lediglich ein heißer Tee reichte den meisten. Die Weibelin bestimmte Odilon und Firisa, Brins Leichnam nach Vairnheim zu bringen. Wir anderen sollten uns wieder an die Arbeit machen. Einen Wald zu roden sei ja schließlich kein Spaziergang auf der Garether Promeniermeile. Das waren derbe Worte, doch es scheint als wenn der Tod sie trotz allem ziemlich getroffen habe.
Nach drei Tagen kehrten Odilon und Firisa wieder zum Lager zurück und die Arbeit ging wie gewohnt weiter. Doch ging mir dieser Unfall nicht aus dem Kopf, ich wartete eine günstige Gelegenheit ab um mit Gwynna zu reden. Sie sagte, dass Brin, Odilon, Radulf und sie alle aus demselben Dörfchen Vairnheim kommen. Brin war der Sohn eines reichen Bauers, Radulf war recht arm dran. Die drei haben alle um die Dorfschönheit Serena geworben und Brin hat sie schließlich gekriegt. Odilon war kein schlechter Verlierer, aber Radulf konnte das nicht so gut verkraften. Ich hätte nicht einwenden sollen, dass ich vermutete dass das alles kein Unfall, sondern vielleicht Radulf dahinter stecke…
„So ein Unsinn. Radulf ist keine Schönheit und auch nicht sehr geschickt, wenn es um Liebesdinge geht aber noch lange kein Mörder.“ Sie bereute etwas über die drei gesagt zu haben und wendete sich weg, nicht jedoch ohne mir vorher noch zu zeigen dass etwas bei mir nicht stimmen müsse.
Später als ich zusammen mit Odilon einen dicken Stamm zersäge, spricht er ganz allein auf Brins Tod an. Er sagte „Brin und ich, wir haben um dasselbe Mädchen geworben, und er hat gewonnen. Damals, als sie sich entschieden hatte, da hätte ich ihm gegönnt, von einem Baum erschlagen zu werden. Aber jetzt tut er mir Leid. Schrecklich, das.“
Wie rührend, aber ist das auch war? Ich fragte ihn unauffällig, was er jetzt macht wenn er heimkommt. Seine Antwort war erschreckend. „Ja, dann schnappe ich mir Serena, schließlich wurde ich ja nur knapp von Brin geschlagen. Ich wird´ sie schon zu trösten wissen.“
Odilon grinste, wobei er ein paar obszöne Gesten machte. Das Gespräch war beendet.
Die nächste Woche verging ohne Ereignisse, die Arbeit ging zügig voran. Das Lager musste öfter gewechselt werden. Ein relativ gerader Bach führte von unserer Einschlagstelle hinunter ins Tal, so dass es anbot, ihn für den Holztransport zu benutzen. Drei Posten wurden auf dem Weg eingeteilt, damit sie melden konnten wenn verkeilt hatte. Firisa, Binya und Odilon sind die drei Posten. Ich hatte schon den ganzen Morgen ein ungutes Gefühl im Bauch, das sich zum Mittag hin immer mehr verstärkte.
Ich ging den Bach entlang und traf auf Binya, der langweilig war, ich winkte ab und ging weiter. Ich kam an die Stelle wo Odilon Posten stehen sollte, doch von dem Mann fehlte jede Spur und das Gefühl verstärkte sich aufs äußerste.
Ich sah Odilons Rucksack neben dem Ufer liegen. Im Bach hatte sich ein schwerer Eichenstamm verkeilt. Meine schlimmsten Vorahnungen bestätigten sich als ich ans Wasser trat. Unter dem Stamm liegt Odilon, schon längst ertrunken. Ich vermochte den Stamm keinen Finger breit zu bewegen.
Doch was hat sich hier wohl zugetragen? Hatte Odilon versucht den Stamm zu befreien? Es war ihnen strengstens verboten worden dies zu tun. Warum hat Odilon diese Bestimmung, die doch seiner eigenen Sicherheit diente, missachtet?
Zuerst wollte ich sofort Alarm schlagen und die anderen Holzfäller holen, doch dann überlegte ich noch mal gründlich. Ich entschied mich der Sache auf den Grund zu gehen, deshalb durchsuchte ich seinen Rucksack und ging dann erst Hilfe holen. Wie vermutet fand ich eine lederne Karte.
Betroffen folgen mir die Anderen zur Unfallstelle. Die Weibelin befiehlt den Leichnam zu bergen. Ich mache mich mit Firisa und Farfexa an die Arbeit. Wir sollen das Holzstück festhalten, damit es nicht sofort losschießt wenn die anderen es hinten gelockert haben. Der Eichenstamm will sofort weiter fließen, ich kann ihn nicht halten und lasse los, aber zum Glück können Farfexa und Firisa ihn halten. Die Anderen hebeln den Stamm zusammen hoch und befreien den Leichnam. Träge setzt die Eiche ihre Fahrt fort. Die Weibelin entschied zurück ins Lager zu gehen und Odilon dort zu bestatten. „Für den Weg nach Honingen in den Boron-Tempel fehlen die Leute. Es müssen die Gebete von uns vorerst reichen, das Grab wird dann nachträglich geweiht.“
Es vergingen zwei Tage, während die Arbeiten nur langsam vorangingen. Dennoch mussten wir das Lager wieder verlegen. Wir arbeiteten jetzt an einem felsigen Hang, wo es schwer für uns und die Pferden war. Doch dann schlug das Pech wieder zu, eine kleine Schlange kroch durch das Gras und erschreckte ein Pferd, welches sich sofort aufbäumte und auskeilte und dabei den alten Gorm am Kopf traf. Die Weibelin war sofort zur Stelle und atmete erleichtert auf, als sie bemerkte dass er noch atme. Trotz allem war er natürlich für die nächste Zeit nicht arbeitsfähig, und dabei war er der Vorarbeiter, der dafür zu sorgen hatte dass alles reibungslos verliefe. Die Weibelin suchte ausgerechnet mich(!) als seinen Ersatz aus. Jetzt musste alles gut verlaufen sonst träfe wieder mich die Schuld, aber es verlief alles wie geplant.
Es vergingen wieder zwei Wochen ohne Vorkommnisse, mittlerweile hatte der Sommer Einzug erhalten. Die Hitze machte uns schwer zu schaffen, von den Mückenschwärmen, den Ameisen und zahllosen Erdwespennestern ganz zu schweigen.
Eines Morgens gab es Aufruhr im Lager, Radulf war am Abend davor fort gegangen und nicht wieder gekehrt. Die Weibelin forderte Firisa, Farfexa und mich auf ihn suchen zu gehen. Ich nahm mir ein Seil (10Schritt lang) und einen Kletterhaken.
Vom Lager aus gingen wir nach Norden. Nach einer Weile beschlossen wir, dass Firisa nach links, und Farfexa und meine Wenigkeit nach rechts gehen sollten, und uns nach einer Weile wieder treffen. Nach einigen Minuten fiel mir ein Eingang in eine Höhle rechts im Berg auf, es erregte derart meine Aufmerksamkeit, dass ich meine Neugier nicht zu stillen vermochte, ehe ich nicht diesen Ort untersucht hatte. Dunkelheit umwölbte uns, die ich … Flim Flam … vertrieb. Der Gang war gut ein Schritt breit und zwei Schritt hoch, nach etwa zehn Schritt mündete der Tunnel in eine Kaverne, die vielleicht sechs Schritt lang und vier Schritt breit war. Außer weißen Spinnen die vor meinem Licht flüchteten, war der Raum leer. Ein Weg führte nach Norden, ein anderer nach Osten. Ich wählte den nach Osten. Der Weg glich dem vorherigen, doch ein Geräusch von tropfendem Wasser… oder vielleicht gar Bärenspeichel… war zu hören. Der Weg führte wieder in eine Kaverne, die fünf Schritt lang und drei Schritt breit ist. Die Decke war über und über mit spannlangen Stalaktiten bedeckt, die in ihrem Licht in allen Tsabogenfarben glänzten. Zwei Wege führten wieder ins Innere, einer nach Norden, der andere nach Osten. Und wieder gen Rahja. Mein Weg war etwas breiter als die vorherigen, und dieser mündete in einen kreisrunden Dom, aus dem kein anderer Weg mehr hinaus führte. Am Ende des Raumes war eine Geröllhalde aufgehäuft. Viele weiße Spinnennetzflechten überzogen die Steine, nichtsdestotrotz untersuchte ich ihn. Meine Mühen wurden belohnt, ich fand ein kleines Ledersäckchen in dem Edelsteine in allen erdenklichen Farben drinsteckten. Ich ging in den anderen Raum zurück und nahm diesmal den Weg gen Praios. Ich folgte einem langen Tunnel, der in den bisher größten Raum mündete. Fünfzehn auf fünf Schritt und vier Schritt Höhe. Mein magisches Licht vermochte nicht den Raum zur Gänze zu erhellen. Nur schemenhaft nahm ich die Ausgänge war. Der führten hinaus, doch mein Augenmerk nahm einen dunklen Winkel im Raum wahr. Ich entdeckte Radulfs Leiche! Rote Würgemale an seinem Hals. Nun gut, ich entschied mich ihn erstmal alleine zu durchsuchen. Ich hielt ein Stück Leder in der Hand, mit einer Karte darauf. Seine Taschen enthielten nichts Besonderes. Farfexa forderte mich schon zum gehen auf, doch ich drängte ab, ich widmete mich gerade seinem Rucksack zu, als ich ein Knirschen über mir hörte. Farfexa schrie plötzlich auf! Die Wurzeln, ich hatte sie gar nicht bemerkt! Natürlich so muss auch Radulf umgekommen sein. Farfexa lief lau und rot an, ich zog wie verrückt an den Wurzeln, konnte aber nichts machen. Ich schlug immer wieder drauf, dann umklammerte eine Wurzel plötzlich meinen Stab, ich schleuderte ihm keinen Ignifaxius entgegen! Wenn ihr versteht was ich meine. Auch mein zweiter Versuch, funktionierte nicht, ich war viel zu nervös!! Farfexa gab nur noch gurgelnde Laute von sich, ihre Augen traten leicht hervor, es war nur noch das weiße darin zu erkennen! Dann bekam ich endlich den Stab wieder frei und schlug wieder auf die Wurzeln ein. Endlich lockerte sich der Griff der Wurzel. Polternd fiel Farfexa zu Boden, ich half ihr auf. Ich schulterte Radulfs Leichnam und verließ mit Farfexa die Höhle, uns war nicht mehr zumute den Rest der Höhle zu durchsuchen. Verflixt eng waren die Gänge mit einer Last auf dem Rücken, und wie schwer der Bursch erst war! Draußen angekommen dauerte es einen Moment bis meine Augen sich wieder an die Helligkeit gewöhnt hatten. Blinzelnd wartete ich vor der Höhle auf Linai die auch irgendwann hinzukam und entsetzt auf den Leichnam blickte. Nach ein paar kurzen Worten zur Erklärung, bauten wir eine hölzerne Liege. Ob Linai uns die Geschichte glaubte, oder ob sie glaubte dass ich Radulf erwürgt hätte, konnte ich nicht sagen, ihre Miene war wie versteinert.
Bei so vielen Toten glaubte niemand mehr an Unglücksfälle, zumal ja Radulf offensichtliche Tötungsmerkmale aufwies. Es musste irgendeinen Zusammenhang geben zwischen den Toten. Alle hatten eine lederne Karte bei sich, aber wie standen Radulf, Brin und Odilon zueinander, abgesehen davon, dass sie Konkurrenten in Liebesdingen waren.
Natürlich gingen die Todesfälle auch an meinen Kameraden nicht spurlos vorüber- und ich dachte mir meinen Teil. Viele hatten mich im Verdacht nicht unschuldig am Ableben unserer Kameraden zu sein, ich konnte es ihnen nicht verdenken, da ich ja immer dabei gewesen war wenn jemand gestorben war.
Auch Radulf sollte in Anbetracht der sommerlichen Hitze an Ort und Stelle bestattet werden. Aber die Weibelin entschied sich wie bei Odilon, dass das Grab gesegnet werden sollte. Einer sollte nach Honingen gehen, um einen Geweihten des Totengottes zu holen. Sechs Leute meldeten sich dazu gerne nach Honingen gehen zu wollen. Da die Weibelin so gerecht wie möglich sein wollte, ließ sie das Los entscheiden, mir gefiel das gar nicht, denn ich wollte unbedingt selbst gehen.
Und… Efferdane zog den längsten Stiel. Ich musste den Todesursachen und den Lederkarten auf den Grund gehen und das ging nun mal nur in einer Stadt, wo es zahlreiche Archive gibt!
Und hieß es nicht auch dass der Vogt überhaupt nicht glücklich über den Straßenbau ist, was wenn er die Morde befohlen hat? Ich musste einfach nach Honingen, also beschloss ich zur Weibelin zu gehen. Ich erwähnte ihr gegenüber dass ich des Lesens mächtig bin und die anderen nicht. „So so. Das ist wahrlich ein Vorteil gegenüber den anderen. Ich will nicht ungerecht sein aber du solltest nach Honingen gehen.“
Ich trennte mich also von den anderen wie auch von Farfexa und begab mich nach Honingen.
Dort angekommen begab ich mich zum Borontempel. Ein hohes Gebäude aus schwarzem Koschbasalt. Das quadratische Gebäude wurde von einer hohen Kuppel gekrönt. Links und rechts neben dem Eingang standen zwei große Rabenstatuen. Unheimlich…gut dass ich mein Reisegewand trug. Andernfalls hätten sie mich wahrscheinlich lebendig begraben. Ihr müsst wissen die Boronis sehen nicht gerne die Nekromantie. Und als ein solcher Nekromant hätte mich mein anderes Gewand verraten.
Am Tor empfing mich ein Novize, den ich nach einem Diener des Totengottes schicken ließ.
Nach einiger Zeit kam eine Frau in einer langen schwarzen Kutte. „Ich bin Schwester Merisa, Was hast du auf dem Herzen?“ Ich erzählte ihr die Geschichte von den Todesfällen bei den Holzfällern, sie stimmte mir zu mich zu begleiten. Doch zuerst führte sie mich in die Tempelhalle. Schweiß stand auf meiner Stirn. Ob der Herr Boron jetzt direkt auf mich blickte? Ich wartete Stumm auf sein Todesurteil über einen Frevler in seinem Haus. Doch nichts geschah. Der Blick, der bestimmt zwei Schritt hohen Rabenstatue, schien mich zu durchbohren. Wieder kam der Angstschweiß. Ich ging zu den Tempelarchiven. Das heißt ich fragte Merisa wo diese zu finden sind. Wir gingen durch die Tempelhalle die nur spärlich beleuchtet wurde. Hinter dem Altar, gingen wir an einem schwarzen Samtvorhang vorbei. Durch mehrere Gänge und schließlich eine Treppe hinunter in die Kellergewölbe. Merisa kramte ihren Schlüsselbund hervor und öffnete quietschend eine schwere Tür.
Der Geruch nach Staub und feuchtem Moder erinnerte mich an meine Studienzeiten. Regale voll gestopft mit Büchern und Pergamenten. Welch Paradies, doch wollte ich diesen Ort schnellst möglich wieder verlassen. Ich beschloss die Sterbebücher einzusehen in denen Todesfälle und Geburten aufgezeichnet sind. Als ich die Linien von Radulf, Odilon und Brin zurückverfolgte machte ich eine Entdeckung. Alle drei hatten denselben Vorfahren, vor rund vierhundert Jahren hatte ein Offizier namens Ernbrecht Damotil gegen die heranstürmenden Orks bei Havena gekämpft.
Nach einigen weiteren Stunden stoße ich auf eine andere Entdeckung. Auch Gorm und Efferdane sind Nachfahren Damotils. Auch stoße ich auf die Namen Goswin Fredor und Aldare Rogel. Beide sind seit etwa zwei Jahren vermisst und für tot erklärt worden. Da den plündernden Orks manche Reichtümer wieder entwendet wurden, vermutet man manche Soldaten hätten sich der Schätze widerrechtlich angeeignet. Doch nun wieder hier weg. Zwei Pagen laufen mir im Livree des Vogtes über den Weg, sie tragen frisches Brot und Salzgebäck und unterhalten sich über die Gesellschaft und alles Mögliche, unter anderem auch über eine neue Straße. Mir kam da eine Idee…Ich ging auf die beiden zu und fragte ob der größere für zwei Silbertaler mit mir für einen Abend die Kleider wechseln würde, sodass ich die hohe Gesellschaft bedienen würde. Er willigte ein, sichtlich erfreut über zwei Silber und dafür nichts getan haben zu müssen. Um Mitternacht wollten wir uns wieder an diesem Platz treffen. Ich hatte mir das Pagenleben wahrlich leichter vorgestellt, so bin ich auch froh als dieser Unfug endlich vorüber ist und ich wieder dem Pagen seine Kleidung überreiche. Es wurde über viel geredet. Unter anderem auch dass der Vogt höchst besorgt ist, über die Zwischenfälle. Vier Tage später erreichte ich mit Schwester Merisa das Lager. Ich fragte mich wer wohl noch ein Stück der ledernen Karten besitzen mochte. Sofort fielen mir Efferdane und Gorm ein. „Welche Karten?“ fragten beide recht verwirrt. „Ihr wisst genau wovon ich rede! Alte Karten auf Leder. Ich brauche sie. Ihr seid in höchster Gefahr.“
Efferdane blieb stur, doch von Gorm bekam ich am Abend eine Karte aus Leder. Ich bedankte mich noch doch er winkte ab und beschwörte mich niemandem darüber zu erzählen.
Einige Tage später sollte ich mit dem alten Holzfäller und Efferdane den weiteren Verlauf der Trasse auskundschaften. Als wir einen steilen Hang passierten und das Schicksal erneut zuschlug. Eine Steinlawine stürzte hinab, mein Warnruf kam für Efferdane nicht mehr rechtzeitig. Sofort wurde sie tödlich von den herabstürzenden Steinen getroffen. Jetzt nur nicht die Nerven verlieren, nicht dass noch Schlimmeres geschieht. Rasch durchsuchte ich Efferdanes Rucksack, und nahm wie selbstverständlich, eine lederne Karte an mich. Ich schulterte mir Efferdane auf und brachte sie ins Lager. Ich merkte rasch, dass alle Kartenstücke teil einer großen Karte sein müssen. Ich setzte alle Teile zusammen. Sie passten. Ich schätzte die Karte auf etwa zwei mehr Teile, denn dann würde es ein Viereck ergeben!
Nun schaute ich mir alle Kartenstücke genau an.
Einen Steinkreis, eine Schlucht, ein Bauernhaus, eine Höhle und ein Baumhaus. Mmmh…?
Ich musste mich an der Kreuzung nahe des Bauernhauses befinden, denn östlich von da lag der Steinkreis, an dem ich Odilons Leiche entdeckt hatte. So entschloss ich mich gen Efferd zu gehen, dem Bauernhaus entgegen. Als ich endlich angekommen war, entdeckte ich nur eine alte Ruine. Ich sah mich ein wenig um. Die Tür stand offen, so ging ich hinein. Ein uraltes Skelett grinste mich an, doch was war das, es hielt ein ledernes Stück in der Hand. Das sechste Kartenstück! Ich beschloss noch den Stall zu untersuchen. Als ich das Tor öffnete, brach plötzlich das gesamte Bauwerk zusammen!! Gerade im letzten Moment sprang ich noch zur Seite, was wenn ich eine Sekunde zu spät reagiert hätte?? Nun dann wäre ich jetzt tot!!!
Farfexa ließ nicht locker und wollte unbedingt noch in den Brunnen hinabklettern. Ich schaute ihr neugierig hinterher. „Ist da unten etwas?“ fragte ich noch. Es waren die letzten Worte die Farfexa in ihrem Leben vernahm, denn als sie sich zu mir umdrehte und gerade etwas erwidern wollte, schoss ein armdickes Tentakel aus dem Wasser und riss Farfexa in die Tiefe…
Mit Tränen in den Augen lief ich Richtung Praios, hörten diese Schicksalsschläge denn niemals auf?? Es war nur noch eine Frage der Zeit wann es mich erwischen würde!
Auf dem Weg zum Baumhaus, griffen mich Wolfsratten an! Armdicke Rattenleiber.
Ich erschlug sie vor Wut. Keine ließ ich am Leben!
Dort wo das Baumhaus eingezeichnet war, war ein übergroßer Wald. Am Rande einer Lichtung erspähte ich endlich die hohe Eiche mit dem Baumhaus. Lange musste ich überlegen wie ich dort raufkommen sollte. Ich bin kein Körperlichbegabter Mensch. Doch wusste ich dass ich eine zu wichtige Information verpassen könnte. Außerdem ging es jetzt nicht nur noch um meinen Ehrgeiz, nein, es ging um Ehre, um Trauer…mein Meister hatte mich mit Farfexa auf Reise geschickt, natürlich war ich verantwortlich für Sie gewesen. Alles meine Schuld!!! Verdammt!
Oben angekommen, staunte ich nicht schlecht, als mich eine Greisenstimme hereinbat. Ein einziger Raum lag vor meinen Füßen. Ein Lager, ein alter Schemel und ein alter Tisch, … mehr nicht. „Sei gegrüßt Fremder. Bist du auch einer von denen mit den Lederkarten?“ erklang eine weibliche Greisenstimme.
Wie konnte sie das Wissen? Eine Magae?
Ich wollte gerade etwas erwidern, als…
„Es war vor einem Sommer, nein, vor zwei, da kamen hier ein Mann und eine Frau an, die hatten Lederstücke und zeigten sie mir. Sie sagten, sie wären Forscher und im Dienste der Herrin Hesinde unterwegs. Doch aus ihren Augen sprach Goldgier, und so habe ich sie wieder fortgeschickt. Doch du hast gute Augen, dir will ich helfen.“
Ich erzählte ihr alles bisher Geschehene, und versuchte bei Farfexas Tod nicht zu weinen, doch damals war ich noch jung und unerfahren und konnte mit solchen Dingen nicht gut umgehen. Unwahrscheinlich wenn man überlegt, dass Leute die ich nicht kannte, mich keineswegs stören, gar eher erquicken an ihrem Leid. Doch genug geschwatzt…
„Ja, ja“, begann die Greise ihre Erzählung. Sie sprach von Orks und Überfällen. Von einem heiligen Grab eines Ork-Schamanen, und dass sie ihn vielleicht verteidigen wollen. Vielleicht läge bei dem Grab ein Schatz und die Karten weisen darauf hin. Dann hätte es einen Sinn, wenn die Leute mit den Karten sterben müssten. Aber das hieße ja…bei den Göttern ich besitze fast alle…
Ich verabschiedete mich von ihr, trug ihr noch einen Eimer Wasser hinauf und ein wenig Proviant und setzte meine Wanderung fort.
Vor mir lag nun ein lieblicher See, in den eingewaltiger Wasserfall stürzte. Das Tosen dröhnte in den Ohren, als ich mich ihm näherte. Die Luft war merklich kälter dort. Hinter dem Wasserfall vermutete ich einen Felsvorsprung, der auch dort zu erblicken war, warum nur hatte ich dieses unbestimmte Gefühl das die Leiche die dort lag, wie ich es vermutete eine lederne Karte bei sich trug, die genau das letzte Stück zu sein schien. Nach diesem Fund begab ich mich gen Rahja. Auf halbem Wege geschah etwas Unvorstellbares. Ich hörte ein schrilles Wiehern und ging dem Geräusch nach. Vorsichtig schlich ich durch das Unterholz, schob behutsam die Äste davon, als … ich plötzlich auf einer Lichtung stehe, und vor mir ein schneeweißer, wunderschöner Hengst mit einem goldenen, gedrillten Horn auf der Nase. Nach einiger Zeit, die mir schier unendlich lange vorkam, galoppierte es wiehernd davon und ich frage mich bis heute, ob dies ein Traum gewesen war oder Realität.
Vor mir lag eine tiefe Schlucht, durch die ein wilder Bach rauschte. Ich kletterte hinab und gelang schließlich auf den Grund der Schlucht. Ich marschierte den Bach entlang als ich auf eine Höhle im Berg stieß. Alte, verschimmelte Rüstungsgegenstände und Waffen, die vor einigen hundert Jahren sicher mal etwas Wert gewesen wären.
Mein Weg führte mich nun gen Firun, irgendwann erreichte ich den gewaltigen Steinkreis.
Ich untersuchte einige Zeit die mannshohen Steine, als mir auffiel, dass nur einer ein Steinfundament zu haben schien, die anderen waren alle im Gras gebettet. Einer der Sockelsteine des Steinquaders ließ sich herausnehmen. Zwei goldene Pokale und ein silberner Zierdolch lagen dahinter. Gerätschaften eines Druiden- oder Hexenzirkels?
Na ja, ich entschied mich die Sachen erstmal mitzunehmen. Irgendwann erreichte ich die Höhle wieder in der Farfexa fast gestorben war. Ich setzte meine Wanderung einfach fort. Spät an diesem Tag erreichte ich die Ruine einer alten Palisadenfestung. Eine unheimliche Stille lag über dem Ort. Und…der süßliche Geruch nach Verwesung. Ein Scharren ertönte hinter mir, ich drehte mich um und entdeckte nichts, als ich mir der Bedrohung bewusst wurde, die direkt zu meinen Füßen lag. Eine knöcherne Hand grub sich aus dem Boden. Es folgte eine Hand, ein Kopf kam zum Vorschein. Und dann stand das Skelett bewaffnet mit einem Schwert nun vor mir. Ich lief vorerst davon, um Schwester Merisa von dem Vorfall zu berichten. Sie folgte mir zu der alten Ruine. An die hundert Gerippe kamen uns entgegen! Welch ein Magier!! Merisa stimmte einen monotonen Gesang an.
Und dann geschah etwas Unfassbares … Merisa beendete ihren Gesang und die Skelette zerfielen einfach in ihre Einzelteile!! Doch keine Zeit zu überlegen. Was war das? Hinter der Geweihten öffnete sich erneut der Boden und ein einzelnes Skelett kam hervor. Vor so einem Gerippe hatte ich doch keine Angst, ich, Adeptus zur Halle der Geister zu Brabak!! Ich focht einen Kampf aus, der ganz klar für mich entschieden wurde, doch wer hatte diese Skelett auferstehen lassen?
Dies kann kein normaler Nekromant gewesen sein. Ein Paktierer mit unendlicher Macht muss dies erzeugt haben!
Gerade fiel das Gerippe in sich zusammen, als sich erneut der Boden bewegt.
Ich rief Merisa eine Warnung zu, und lief davon Richtung Ruine. Ich betrat die Ruine durch eine Bresche zwischen den verfaulten Stämmen. In der Mitte des Hofes, sah ich dann einen über und über schwarzgepelztes Wesen mit zahlreichen Amuletten um den Hals. Das muss ein Schamane der Orks sein! Mit roter Farbe hat er bizarre Muster ins Fell gemalt. Er trug nur einen Lendenschurz und einen Oberschenkelknochen eines großen Tieres in der Hand. Er umtanzte ein kleines Feuer, und sang in einer unverständlichen, krächzenden Sprache. Immer wieder warf er Kräuter oder Pulver in das Feuer. Er sah mich an, als ich ihm schon einen Horriphobus entgegen schrie. Verdutzt und dann voller Angst sah mich der Schamane an und lief davon, um nur nach einigen Schritten sich wieder gefangen zu haben und umzudrehen. Wütend, mit Keule im Anschlag lief er auf mich zu. Wie wild dreschten wir aufeinander ein, dann griff er in eine seiner zahlreichen Taschen und warf mir plötzlich ein Pulverchen entgegen, das mich blendete. Geblendet fing ich mir eine nach der anderen ein. Voller Schmerzen und Pein schrie ich wie wild, als endlich mein Augenlicht zurückkehrte.
Eine letzte Verwünschung auf den Lippen, brach er unter meinem Fulminictus tot zusammen.
Die Arbeiten konnten von nun an wieder normal vorangehen. Wir bekamen Verstärkung aus Honingen. Merisa kümmerte sich um die Gebeine der Toten. Als sie dann zurück nach Honingen gehen wollte, fragte sie mich ob ich sie ein Stück begleiten wollte, ich willigte ein. „Sag hast du Dinge an dich genommen, die Verstorbenen gehören?“. Wie konnte sie das nun wieder gewusst haben? Als ich nicht reagierte, sagte sie „Sie gehören Menschen, die nicht mehr unter uns Lebenden weilen. Und wo wären sie besser aufgehoben, als im Haus des Gottes, in dessen Hallen die Seelen der ursprünglichen Besitzer wandeln? Bedenke mit welchen zahlreichen Gaben dich der Herr des Totenreiches beschenkt hat.“ Ein schier übergroßer Brocken im Hals hielt mich vom Reden fern. Mein Mund war wie ausgetrocknet. Wortlos gab ich ihr einen Rubin, die beiden Pokale und den silbernen Zierdolch. Sie drückte mir auch wortlos ein Säckchen in die Hand und ging fort. Der Sack enthielt fünf Goldstücke und fünf Silber. Auch die Weibelin drückte mir nun fünfunddreißig Silber und genug Proviant für den Rückweg in die Hand. Es war mittlerweile viel Zeit vergangen. Wir hatten nun Spätherbst und ich war immer noch nicht heimgekehrt…<
„Menschenjagd“
Die Geschichte, weshalb ich im Bornland als lebende Legende zähle
>Ich schickte einen Brief nach Brabak und ließ mich erst einmal in Honingen nieder. Monde vergingen in denen ich mich der Berufswelt stellte. Ich arbeitete als Schreiber und Dolmetscher. Nun, viel hat mir die Zeit nicht eingebracht. Sehnte ich mich doch nach einem Zweitstudium in Fasar. Doch mein Geld reichte nicht aus. Zweihundert Goldstücke hörte ich einmal. Doch da war ich wahrlich noch zu weit von entfernt.
Sechsundvierzig zählte ich in meinem Besitz. Nicht wenig, doch auch nicht viel.
Eines Tages beschloss ich weiter zu reisen. Ich begab mich Richtung Donnerbach, hatte ich doch gehört dort soll die Ruine einer Schwarzmagischen Akademie stehen bzw. liegen. Ich reiste mit einem Händler, ein Mann namens Cyberian Sturmfels. Er war auf dem Weg nach Hause, nach Mendena. Er sagte, er hätte gute Arbeit für mich. Sechs Goldstücke im Mond. Ich fragte nicht nach und willigte schon ein.
Wir passierten Gratenfels und Angbar, Gareth und Wehrheim bis wir schließlich nur noch Altzoll, Warunk und Eslamsbrück passierten und endlich in Mendena ankamen.
Wieder vergingen einige Monde, ich lernte Cyberians Familie kennen, von Aldare, der Frau, über Oleane, der Großmutter und Viridia, die Tochter.
Schnell freundete ich mich mit Viridia an. Sie erzählte oft stolz über ihren Bruder Talon.
Alle freuten sich schon auf Talons Heimkehr, ihr müsst wissen er ist Schüler an der Kriegerakademie zu Neersand.
Die Arbeit, die ich vollbrachte, war zum einen Lesen und Schreiben beizubringen zum anderen, um andere Sprachen zu lehren. Sieben Monde verbrachte ich dort. Ich war mittlerweile dreiundzwanzig Götterläufe alt.
Als endlich die Nachricht eintraf dass Talon seine Schule beendete. Er sollte in nur wenigen Tagen in Mendena eintreffen, doch mit dem Schiff kam nur die Nachricht.
Liebster Vater, liebste Mutter und Großmutter, liebste Schwester
Eigentlich hätte ich an Bord dieses Schiffes sein sollen, aber vorher muss ich hier in Neersand noch etwas Wichtiges unternehmen. Ich wohne zur Zeit in der Herberge „Zum geflügelten Ross“. Der Wirt ist ein Halsabschneider, aber hier findet mich wenigstens keiner, und es ist ja auch nur für zwei oder drei Nächte. Ich hoffe wir sehen uns bald, wenn ich als Held aus Neersand zurückkehre.
Viele Grüße,
Talon.
Cyberian war außer sich vor Wut, es hatte ihn Mühe gekostet seinem Sohn eine Stelle als Stadtgardist zu besorgen, und die ließ natürlich nicht auf sich warten.
So entschied Cyberian, dass Viridia mit in der Begleitung von mir ihn holen sollten.
Wir begaben uns zum Mendenahafen und legten mit der nächsten Fähre ab, Richtung Neersand. Wir suchten dort die Taverne „Zum geflügelten Ross“ auf. Wir quartierten uns ein, mussten schon im Voraus zahlen.
Wir beschlossen an diesem Tag nichts mehr zu unternehmen. So wachten wir am nächsten morgen auf, es war nicht leicht den Schlangenfraß den es als Frühstück gab herunter zu würgen. Wir fragten den Wirt, ob er einen zwanzig Götterläufe zählenden Mann namens Talon kennen würde. Der Wirt meint er hätte ihn noch nie gesehen. Seltsam meinte er nicht er würde hier absteigen. Ich hielt dem Wirt einen Silber hin.
„Ach ja“ sagte der Wirt „der hat hier nur kurz gewohnt. Aber der ist schon längst abgereist.“
Wir verabschiedeten uns kurz mit einem Nicken und gingen davon.
An der Akademie zu Neersand angekommen, klopfen wir an der Tür. Waffengeklirr ist zu hören. Gerade wollten wir weiter gehen als sich das Tor öffnete und ein muskelbepackter Mann vor uns steht. Viridia erklärte kurz unser Begehr und schon wurden wir eingelassen.
Wir passierten die kämpfenden Jungkrieger und betraten einen Raum, der nur so strahlte vor Prunk und Waffen. Gerade schaute ich auf den Hof und sah einen älteren, aber keineswegs schwachen Mann, er zeugte von Erfahrung. Ein goldener, geflügelter Löwe prangte auf seiner ledernen Rüstung, als er auch schon unseren Raum betrat.
Er stellte sich vor als Posan von Neersand, Leiter der hiesigen Akademie. Viridia erzählte ihre Geschichte. Posan hörte interessiert zu und sagte nur dass Talon zurück in seine Heimat wollte.
Irgendetwas stimmt hier nicht, schoss es mir durch den Kopf, doch ich verwarf den Gedanken wieder und verabschiedete mich.
Wir erkundigten uns nach der Garnison. Sie machte einen heruntergekommenen Eindruck.
Wir suchten das Büro auf, doch auch dort verscheuchte man uns wieder.
Missmutig schlenderten wir zurück zur Herberge, als wir ein leises „pssst“ vernahmen, erschrocken fuhren wir zusammen. Wir sahen eine Gestalt an der Häuserwand lehnen, ein weiter Mantel verdeckte ihre Gestalt, sie forderte uns mit einer Kopfbewegung auf ihr zu folgen. „Bist du an Talon interessiert? Dann komme zu Beginn der Stunde des Phex zur alten Ruine.“ Der Fremde drückte Viridia noch einen Gegenstand in die Hand und verschwand ohne weitere Worte.
„Die Kette Talons!“ sagte sie. Ich sah ihr die Aufregung an.
Am nächsten Abend gingen wir vor die Stadt, denn dort soll eine alte Ruine eines Wachturmes sein.
Nach einiger Zeit tritt eine Gestalt aus den Büschen. Er streifte seinen Mantel ab, und zeigte uns seine lederne Rüstung mit dem Wappen der Akademie Neersands.
Er stellte sich als Jesso vor, der beste Freund Talons.
Jesso erzählte er war mit Talon einer schmutzigen Sache auf den Grund gegangen, und zwar gibt es im Bornland zwar keine Sklaverei, doch die Leibeigenschaft ist in keiner Hinsicht besser, zumal die Bronnjaren einfach ihre Leibeigenen an Al´Anfaner verkaufen, bevor sie sie mit ihrem Land verkaufen. Auch wird andersherum gehandelt.
Dreckige Geschäfte laufen hier, in denen allerlei Menschen verwickelt sind. Die Al´Anfaner, die irgendwo zwischen Festum und Neersand einen Stützpunkt haben müssen, eine Menge geldgieriger Adliger und einige führende Persönlichkeiten aus Neersand.
Talon und er hätten Beweise gefunden, die sie dem Adelsmarschall von Festum vorlegen wollten, doch waren die Sklavenhändler ihnen auf die Schliche gekommen.
Dann stockte Jesso plötzlich, er musste mühsam die Tränen zurückhalten, holte einen eingewickelten Gegenstand hervor und zeigte uns schließlich das Schwert der Familie Sturmfels.
„Wir hatten eine heiße Spur, und Talon brach auf, ohne auf mich zu warten. Ich fand lediglich eine Nachricht in unserer Herberge, in der er mir mitteilte, wohin er gegangen war. Als ich kurze Zeit später an diesen Ort hier kam, fand ich deinen Bruder. Er war noch bei Bewusstsein, wusste aber, dass er die nächste Stunde nicht überleben würde. Ich blieb bei ihm, bis er aufbrach, um in Rondras Hallen einzuziehen.“ Viridia fing nun auch an zu weinen, also nahm ich sie in den Arm, und tröstete sie.
Jesso sagte wir müssen zusammen nach Festum reisen, denn nur der oberste Mann vom Bornland könnte dem ein Ende bereiten. Jesso gab uns den Rucksack mit den Beweisen. Viridia bestand darauf das Grab ihres Bruders zu sehen. Jesso blieb in einiger Entfernung zurück. Plötzlich war Hufgetrappel zu hören, die Sklavenjäger(!) sie ritten direkt auf Jesso zu!
Er erwartete sie mit erhobenem Bastardschwert, doch als er sah dass sie Wurfnetze hatten, versuchte er zu fliehen. Zu spät! Schon war er gefangen!
Er wurde zu zwei Männern in schwarzen Rüstungen mit goldenen, geflügelten Löwen gebracht und verhört. Brutal wurde er verprügelt!
Jetzt hieß es nichts wie weg von da.
In der Herberge angekommen, vernahmen wir noch die Worte „…ein Mann und ein Mädchen, warten sie mal…“. Wir sprangen durchs Fenster und liefen davon. Keine Minute zu spät denn schon stand einer der Sklavenjäger an unserem Fenster und schaute hinaus. Er fluchte lauthals und verschwand.
Wir machten uns auf den Weg Richtung Festum. Wir vermieden die Hauptstraße und übernachteten in der Wildnis nahe einer Scheune.
Am nächsten morgen weckten uns Geräusche der nahe liegenden Scheune. Die Sklavenjäger hatten den Bauern in die Mangel genommen! Gut dass wir im Unterholz geblieben sind.
Sie zogen wieder ab.
„Verfluchte Sklavenjäger! Sollen sich was schämen ein junges Mädchen zu jagen!“ wir gingen zu ihm rüber. Seinen Jungen hatten sie vor zwei Jahren geholt. Er versorgte uns mit Essen. Wir bedankten uns und gingen weiter.
Wir reisten weiter durch das Unterholz. Im hohen Gras fiel Viridia über etwas, ich half ihr sofort hoch. Aber mit ihr erhob sich auch ein Kobold der dort lag. „Das kann nicht wahr sein! Ist man nirgendwo vor diesen tollpatschigen Menschen sicher. Na warte…“ Viridia sah es gar nicht ein sich bei dem Kobold zu entschuldigen und lief einfach weiter, na ja, hätte sie das nicht getan hätte ich sie wohl auch nie nackt gesehen, denn plötzlich verlor sie ihre Kleidung und der Kobold hielt sich vor Lachen den Bauch. Peinlich war ihr das…
Abends kamen wir an eine Weggabelung, drei Schilder kennzeichneten den folgenden Weg. Neersand, Festum und Zu den 7 Eichen stand auf den Schildern. Wir entschlossen uns mal wieder eine Herberge aufzusuchen. Gerade erreichten wir die Wegestation als Blitze über den Himmel zuckten, Donner grollte und der Regen nur so herunter prasselte. Wir betraten den Raum und sahen einen verwahrlosten Schankraum. Niemand war da.
Endlich war genügend Zeit um die Beweise zu betrachten. Urkunden und Quittungen aller Art, aber auch Menschenlisten unter den auch der Name Posan von Neersand, der Akademieleiter zu finden war. Eine Liste der Menschen die in den Menschenhandel verwickelt waren? Interessant. Wir versteckten uns im Keller für alle Fälle.
Am nächsten morgen weckte mich Viridias Entsetzensschrei, anscheinend hatte sie eine Ratte gesehen. Doch dann hörten wir eine Stimme von oben „da unten sind Sie!“ und alles musste wieder schnell gehen, ich packte meine Sachen, half Viridia und zerrte sie mit mir mit. Der Weg endete im Wald, doch unsere Verfolger waren uns dicht auf den Versen und außerdem hinterließen wir in dem feuchten Waldboden sichtbare Spuren.
Wir rannten so schnell es irgendwie ging durch das Unterholz. Wir hatten mit dem Unterholz zu kämpfen doch zu unserem Glück fielen wir in eine Mulde und blieben still liegen. Der eine Mann trat so dicht an uns heran, dass ich ihm die Beine hätte wegziehen können, doch fehlte selbst mir der Mut dazu, außerdem war ich zu erschöpft, meine Knochen taten weh und der Muskelkater quälte mich. Endlich zog er ab, doch Viridia beging den Fehler vor Erleichterung auszuatmen. Denn schon entdeckte er uns und wir rannten mal wieder um unser Leben.
Der Verfolger hatte aufgrund seines breiten Körpers glücklicherweise mehr zu kämpfen als wir, als es darum ging durch das Unterholz zu preschen.
Wir kamen auf eine Lichtung, eine Wildschweinerotte war dort zugegen. Wir schlichen weiter um nicht auch noch ihre Aufmerksamkeit zu erregen. Doch plötzlich schnellte ich kopfüber in die Luft. Eine Falle! Ich saß im Netz fest. „Lauf Viridia lauf!!“ keuchte ich flehentlich in ihre Richtung. Das war´s! war mein Gedanke in diesem Moment, ich sah den Sklavenjäger immer näher kommen. Der Widerling zog ein Messer und grinste vor sich hin, als plötzlich ein Geschrei aus dem Unterholz ertönte und drei Dutzend kleine Männer mit gezückten Steinbeilen auf den Sklavenjäger einschlugen. Sie betäubten ihn und fesselten ihn. Mich, nahmen sie ebenfalls mit. Ich redete auf sie ein, doch das einzige was sie erwiderten war in gebrochenem Garethi „Du kein Wildschwein. Warum dann Falle du auslösen?“ Ich erklärte ihm wie das passieren konnte und der kleine Mann übersetzte alles in eine fremd wirkende Sprache. Sie lachten lauthals und nahmen mich mit „du kommen mit in unser Lager“.
In dem Moment kam Viridia, alle zogen wieder ihre Waffen, steckten sie aber sofort wieder weg als ich erklärt hatte dass sie nichts Böses will und zu mir gehört.
Ich unterhielt mich im Dorf mit dem Häuptling, erzählte ihm alles was uns bisher widerfahren war. Er sprach perfektes Garethi. Er hörte sich meine Geschichte aufmerksam an, doch danach wollte er erzählen, die Männlein des Dorfes kamen alle geschwind herbei und lauschten aufmerksam den Worten des Häuptlings, obwohl sie doch gar kein Garethi verstanden. Die Kinder positionierten sich ganz nahe dem Häuptling, alles war so friedlich… doch dann gallopierte der andere Sklavenjäger in das Dörfchen und mähte mit seinem Zweihänder alles nieder was ihm in die Quere kam. Ich packte mir Viridia und lief mit ihr davon… Blut spritzte und Köpfe rollten auf der Seite der Winzlinge. Ich schrie noch „He hier sind wir“ um die Aufmerksamkeit auf uns zu lenken und die Winzlinge zu retten, und lief so schnell mich meine Beine trugen. Verfolgt von zwei blutrünstigen Bestien, liefen wir quer durchs Unterholz, wir rissen uns fast die komplette Haut vom Leibe, so scharf waren die Dornen die wir durchpreschten. Der tödliche Hieb kann nicht zu weit entfernt sein, ich lief und lief, bis Viridia plötzlich über eine Wurzel fiel und liegen blieb, der richtige Zeitpunkt um die Jagd zu beenden und die beiden Al´Anfaner nieder zu strecken, ich drehte mich um mit ausgestreckter Faust und einem Ignifaxius auf den Lippen, doch niemand verfolgte uns mehr. Wir waren allein…
Wir gingen tiefer in die unberührte Natur. Wir kamen an einen kleinen See, wo Tiere aller Art, sich befanden. Es war wunderschön…doch plötzlich liefen die Tiere alle davon, Rehe, Hirsche, Antilopen, Dachse, sogar ein Bär war dort, es war einfach unglaublich. Doch wie gesagt sie liefen plötzlich davon und ich dachte schon ich wäre daran Schuld gewesen, doch das war ich nicht, denn die Erde riss auf, und direkt unter uns erschien ein Abhang de uns in die Tiefe riss…
Wir fielen gegen alles schlagend was uns den Weg versperrte, mein Körper schmerzte unheimlich und dann sah ich diesen Stein auf mich zukommen oder besser ich kam au ihn zu. Und dann verlor ich das Bewusstsein…
Als ich erwachte, lag ich nahe dem See, ich verstand nichts mehr, oh doch, da kam meine Erinnerung wieder. Als die Erde gespalten wurde stand ich mit Viridia auf einem kleinen Hügel. Die Erde muss den Hügel verschluckt haben, aber ja denn dort stand eben noch ein Baum. Wir wuschen uns im See und wanderten wieder weiter.
Irgendwann nachmittags stießen wir auf einen Bären, der eine imposante Figur darbot. Doch was kann man einem Horriphobus schon entgegen setzen?
Am nächsten Tag stießen wir auf ein Dorf. Das Dorf machte einen sehr friedlichen Eindruck. Die meisten Bauern schienen zu dieser Zeit auf dem Feld zu arbeiten denn die Straßen waren ziemlich leer. Wir unterhielten uns mit einigen älteren Frauen. Die Frauen redeten über alles Mögliche, vieles war ziemlich langweilig, und ich war kurz vor dem Einnicken als das Wort Reiter fiel. Ich hakte natürlich sofort nach und sie sagten nur dass zwei Reiter gestern durch dieses Dorf gekommen sind und auf der Suche nach einem Mann und einem jungen… ab dem Moment begriffen sie! Ich machte mich mit Viridia sofort davon.
Wir dachten wir hätten sie schon lange abgehängt, doch das war wohl ein Fehler, diese Menschenjäger machen vor gar nichts halt!
Wir marschierten mit leerem Magen durch die Wildnis ohne etwas zu Essen. Dann stießen wir auf – es hätte nicht besser sein können – Vierblättrige Einbeeren! Sie heilten unsere geschundenen Körper und sättigten ein wenig.
Ich schlief diese Nacht schnell ein, doch genauso schnell wachte ich wieder auf, als plötzlich Waffengeklirr und Todesschreie zu vernehmen waren! Blitzschnell sprang ich auf und tastete nach meinem Stab. Ich stand nun da, bereit dem Tod ins Auge zu blicken doch da war nichts!
Kein Kampfeslärm war mehr zu vernehmen, doch ein Geräusch war da, und zwar Hufgetrappel! Gerade hatte ich dies wahrgenommen als auch schon zwei Reiter in Sicht waren. Wären der eine vorbei preschte, bäumte sich das andere Pferd auf und der Reiter hatte alle Mühe um es unter Kontrolle zu halten. Schließlich stürzte er vom Pferd, ich schnappte mir Viridia und stieg meinerseits auf, in der Hoffnung mich würde es tragen. Doch falsch gedacht, wieder bäumte es sich auf und wir purzelten herunter. Das war das Ende…
des Traumes. Schweißgebadet schrak ich hoch, und merkte jetzt erst dass ich geträumt hatte. Ich suchte mir vegetarische Nahrung zusammen und machte mich mit Viridia auf den Weg.
Wir stapften durch hohe Gräser und kleine Wälder, kamen an einem Bauernhof vorbei, doch wollten wir nachdem letzten Vorfall lieber den Leuten aus dem Weg gehen.
Wir ruhten uns an einem Teich aus. Das Wasser war herrlich kalt und erfrischend, doch dann entdeckte ich die Spuren von zwei Pferden, und gleich daneben schwere Reiterstiefelspuren.
„Keine Stunde alt“ sagte Viridia. Die Bastarde waren also vor uns und konnten überall am Wegesrand uns auflauern. Also machten wir erstmal Rast, noch länger.
Gerade hatten wir es uns wieder bequem gemacht, da hörten wir Hufgetrappel. Wir versteckten uns im Gebüsch, der Reiter kam immer näher an die Wasserstelle, wir sahen seinen Schimmel und schließlich den Reiter und waren überaus erfreut dass es kein Menschenjäger war. Wir traten aus unserem Versteck hervor. „Den Zwölfen zum Gruße!“
„Möge sie euch auf eurem Weg beschützen!“ erwiderte er. Wir waren so froh endlich einmal nicht weglaufen zu müssen. Wir erfuhren von ihm, dass er ein Beilunker Reiter ist namens Jurgo Purner. Er ist auf dem Weg nach Festum um einem reichen Kaufmann einen Brief zu übergeben. Er erzählte uns einiges über die Beilunker Reiter und wir entschlossen uns dazu ihm unsere Probleme zu erklären.
Er meinte er hätte auch viel von den Häschern aus Al´Anfa gehört, mit ihnen sei nicht zu spaßen. Er wünschte uns Phexens Glück, denn er meinte es sei ungewöhnlich wie lange wir standhalten würden. Er schlug vor sich erst noch auszuruhen und abwechselnd Wache zu halten, wir willigten ein.
Nach etwa vier Stunden weckte ich Jurgo und ließ mich selbst nieder. So gut hatte ich lange nicht mehr geschlafen.
Am nächsten morgen weckte uns Jurgo und sagte „Ich hab mir bei der Nachtwache etwas überlegt, ich kenne die Gegend gut und sie wollen schon nichts von mir. Also nehme du Thezmar meine Kleidung und ziehe sie an, Viridia wird sich hinter dir verstecken und ihr könnt mein Pferd nehmen, in einer Woche treffen wir uns Im Pegasus. Bleibt nur noch die Frage, kannst du reiten?“ Was für ein überaus netter Mensch! „Ja! Na ja nicht richtig aber wir schaffen das schon. Wir wissen nicht wie wir dir danken können!“ „Los verschwindet endlich“ erwiderte er. Wir ritten los.
Was für ein Gefühl, übrigens nach unserem ersten Reitunfall beschlossen wir Viridia reiten zu lassen. Die Umgebung rauschte nur so an uns vorbei doch dann zügelte Viridia den Beilunker. Direkt vor uns wurde eine Straßensperre errichtet, was nun? Zurück? Nein! Sie würden uns kriegen! Also über den Baumstamm der dort lag rüber! Ein Händler mitsamt seinem Karren stand vor dem Baum und wurde durchsucht von einem … Sklavenjäger. Wir ritten mit voller Geschwindigkeit auf die Sperre und den Jäger zu, er wich nicht zurück sondern warf sich gegen die Flanke des Pferdes, als es mitten im Sprung war. Das Pferd wankte leicht, ritt aber weiter. Was wäre gewesen wenn es nicht so ein erfahrenes Pferd gewesen wäre???
Wir ließen die Sperre hinter uns und die Häscher folgten uns sofort.
Wir versteckten uns hinter der nächsten Biegung. Sprangen ab und zogen das Pferd mit uns.
Das Pferd blieb ganz ruhig, auch als zwei Pferde mitsamt Reiter an uns vorbei preschten.
Wir warteten noch einige Zeit und ritten dann weiter durch die Felder.
Die Nacht war die letzte in der Wildnis, am nächsten Tag erreichten wir mittags endlich Festum! Die große Stadt erhob sich majestätisch vor uns, wir ließen die Torposten hinter uns und tauchten in das bunte Treiben der Stadt, in dem Stadtschreier ihre Nachrichten verkündeten, erboste Wagenbesitzer sich stritten, wer nun vorwärts und wer rückwärts fahren müsse damit es weiter ginge, und wo die Händler mit ihren Ständen den Passanten den Weg verstellten. Wir stiegen vom Pferd und fragten uns zur Residenz des Adelsmarschalls durch.
Wir gingen also zum Großen Markt, wo die Residenz stehen sollte. Wir kamen durch unterschiedliche Viertel der Stadt und sahen ungewöhnlich viele Goblins in der Stadt!
Die Wachen vor der Residenz schickten uns zum Rathaus, wir sollen uns erstmal beim Sekretär anmelden. Wir fragten uns abermals durch und traten im Rathaus ein. Wir beschlossen kurzer Hand den Raum doch nicht zu betreten und irgendwie zu versuchen, den Adelsmarschall persönlich aufzusuchen. Irgendein Gefühl sagte uns doch nicht den Raum des Sekretärs zu betreten, unser Gefühl bestätigte sich, als sich die Tür öffnete und einer der Sklavenjäger zu sehen war. Wir mischten uns schnell wieder unters Volk.
Wir fragten nach einer guten Herberge. Man empfahl uns den „Fliegenden Bornländer“. Dort angekommen, prangte ein Schild das einen Mann heldenhaft auf einer Burgzinne darstellte. Mir kam die Gegend plötzlich merkwürdig bekannt vor, war dies meine frühere Heimat? Ich kannte die Sage des Fliegenden Bornländers!
Nichtsdestotrotz traten wir ein, es war schön sauber gehalten. Wir aßen ein wenig und ließen uns auf unserem Doppelzimmer nieder und schliefen ein…
Nachts wachte ich auf, und erschrak als ich nicht in meiner Kleidung steckte, sondern in einem weißen Nachthemd, Viridia ebenso, aber das war nicht das Schlimmste, sondern dass der Rucksack mit den Beweisen nicht mehr bei uns war!!
Ein junges Mädchen betrat den Raum „WO IST DER RUCKSACK?“ schnauzte ich sie an, dabei hatte sie alles wahrscheinlich nur gut gemeint. Sie zeigte nach unten „Ich habe ihn in mein Zimmer getan, ihr hattet ihn im Gastraum liegengelassen, sofort lief ich los und zwang sie mir den Weg zu zeigen. Sie zeigte den Weg und wollte ihren Raum aufschließen, als sie erstaunt feststellte dass die Türe offen stand!! Doch nicht nur das. Ein Mann war in dem Raum und sah unsere Beweise an! „He was machst du da?“ rief ich. Erschrocken fuhr er zusammen, er war vertieft gewesen. Er erblickte das Mädchen und sprach „Oh Entschuldigung, aber sie lagen auf dem Tisch. Hallo Myra, wie geht es dir?“ Myra war etwas aufgebracht „Shum, Wie in Praios´ Namen kommst du hier herein?“ Er hielt ein Stück Draht hoch und antwortete „du weißt doch das kein Schloss ein Problem für mich darstellt“.
Völlig verwirrt verlangte ich eine Erklärung.
Sie erklärte, das Shum ein Geweihter des hiesigen Phextempels wäre und sie mit ihm verlobt sei. Außerdem dass er ihr öfters solche Überraschungsbesuche abstattete. Sie entschuldigte sich noch für sein Verhalten.
Shum sprach mich nun an „Diese Unterlagen sind Gold wert. Mit ihnen kann man einige Mitglieder des ehrenwerten Adels um etliche Dukaten erleichtern, und Phex würde sich über diese Gaben freuen. Wie sieht es aus, willst du nicht mit uns zusammen arbeiten?“
Mmmmh. „Ich habe einen anderen Vorschlag“ meinte ich „helft mir an den Adelsmarschall zu gelangen!“ Er willigte ein, sagte aber dass ich dann Phex etwas schuldig sei. Nun gut. Ich fragte ihn ob er mich in den Palast einschleusen könne…
Bei Nacht begaben wir uns zum Palast. Er kletterte über die hohe Mauer und warf mir ein Seil herunter an dem ich dann hoch gelangen konnte. Wir schlichen uns über den Hof, fragt mich nicht wie ich das geschafft habe, vielleicht stand uns Phex wirklich zur Seite.
Im Inneren des Palastes gelangen wir schnell zum Zimmer des Adelsmarschalls, doch davor standen Wachen!
Shum befahl mir meine Nase mit meinem Gewand zu verdecken und zerbrach zwei Ampullen, kurze Zeit später stiegen wir über die schlafenden Wachen, ins Zimmer des Adelsmarschalls. Shum zog sich zurück mit den Worten „damit das Haus des Phex nicht in die Sache verstrickt wird!“
Ich betrat das Zimmer und redete sofort beschwichtigend auf den Mann im Bett ein. „Sind sie der Adelsmarschall?“ Ich reagierte nicht auf seine Fragen wie ich in das Zimmer gelangt war und was mit den Wachen war.
Endlich beruhigte er sich, bejahte meine Frage und las die Beweise durch. Ich bekam ein außerordentlich bequemes Bett für die Nacht.
Am nächsten Tag wurde mir und Viridia zu Ehren ein Fest gefeiert, die Sklavenjäger wurden gepackt und etliche andere, die in die Sache verstrickt gewesen waren. Beim Fest musste ich Shum achtzig Prozent der Belohnung geben, aber das war nicht weiter schlimm, denn ich bin eine lebende Legende im Bornland…
„Der Götze der Mohas“
Eine Geschichte, die mir achtzig Goldstücke einbrachte
Ja, da bin ich nun wieder. Nun, als ich mehrere Monde in Festum verbrachte, bekam ich endlich wieder eine anständige Arbeit, zusammen mit mehreren Kriegern sollte ich einen Planwagen eines reichen Kaufmannes bewachen. Die Reise ging bis nach Neetha runter.
Doch das ist nicht die Geschichte die ich euch erzählen will sondern, die Geschichte die mich nach Mengbilla brachte.
Also, ich traf auf diesen merkwürdigen Jungen, der mich bat ihm zu folgen, denn er meinte sein Herr hätte Arbeit für mich. Nun, so lernte ich Vigo Patras kennen, der sich äußerst Sorgen um einen mohischen Stamm in den Regenwäldern machte. Nun er erzählte viel über diesen Stamm, doch, hab ich gar nicht so genau hingehört. Nun er meinte auf jeden Fall, ich solle für ihn eine hölzerne Maske aus einem Haus eines reichen und einflussreichen Mannes in Mengbilla stehlen, die dort seine mohische Sammlung zierte, denn er hatte sie käuflich erworben nachdem man sie den Mohas gestohlen hatte, und diese seien jetzt völlig außer sich, und würden alle anderen Stämme angreifen und Dörfer überfallen… Nun… alles Sachen die mich nicht sonderlich interessierten… doch dann kam sein Angebot, zwanzig Dukaten im Voraus und vierzig im Nachhinein. Nun, wir einigten uns auf vierzig vorher und nachher.
Die nächsten Tage verbrachte ich gelangweilt auf See. Danach aber erreichten wir eine der korruptesten Städte Aventuriens und damit übertreibe ich kein wenig. Nicht nur die Einreise und die Waffenpapiere muss man sich dort erkaufen, nein den Aufenthalt selbst muss man sich mittels richtiger Papiere in Mengbilla erkaufen!! Das war auch das erste was ich dort unternahm. Ansonsten, eines kann ich euch sagen, am nächsten Tag verließ ich Mengbilla wieder. Aber was in der Zwischenzeit geschah möchte ich euch gern erzählen.
Ich kam abends in Mengbilla an, besorgte mir Papiere und untersuchte am Platz der 99 Gesetze das Haus von Farad el Haras, dem Sammler dem das Schmuckstück verkauft wurde.
Ich erkannte ein Haus, das sehr gut bewacht, von einer steinernen Mauer umrahmt wurde. Noch am selben Abend brach ich in das Haus ein und durchsuchte es von oben bis unten. Ich stieß auf bewaffneten Widerstand, unter anderem auf einen über zwei Schritt hohen zweiköpfigen Troll. Ja, ihr hört richtig… nun wie soll ich euch das Erklären, ich kenne Mittel und Wege einem Kampf rechtzeitig aus dem Weg zu gehen. Nein getötet habe ich ihn nicht. Diese Bestie haust wahrscheinlich immer noch im Kellergewölbe des reichen Sammlers, wo auch ich ihn antraf. Das genialste was mir in dem Haus geschah war, eine verschlossene Türe im Obergeschoss, ich muss dazu sagen ich hatte Nachschlüssel des Hauses, aber diese einzige Türe bekam ich auf Anhieb nicht geöffnet. Ein gewisser Zauber hätte mir den Weg freigemacht doch hatte ich dieses unbestimmte Gefühl, dass der Schlüssel dort irgendwo sein müsse. Und ich wurde auch fündig. Direkt neben der Tür hing ein wunderschönes Bildnis eines Mannes der einen Schlüsselbund in den Händen hielt. Moment mal dachte ich mir. Die Schlüssel waren gar nicht gezeichnet sondern echt, und passten!!
Hinter der Tür stieß ich aber nicht auf den Hausherren, sondern auf eine wunderschöne Dame, die ich natürlich nicht wecken durfte. Aber das gute war, sie besaß einen Balkon, aber dazu später. Ich durchsuchte noch mal genauer die Kellergewölbe, und stieß auf Metallplatte! Ich drückte den Knopf der neben ihr herausfordernd heraus lugte. Aus dem Metall formte sich ein kahl rasierter Schädel. „Was willst du schon wieder?“. Ich war wie versteinert, konnte nicht sprechen „Du bist ja gar nicht mein großer, dummer Freund!“ Ich fasste allen Mut zusammen, denn ihr müsst wissen ich hatte gerade beim Versuch ein Schloss zu öffnen, eine breite Flammenlanze, einem Ignifaxius nicht unähnlich, abbekommen. Nun sagte ich „lass mich durch diese Tür!“, „nicht so voreilig! Beantworte mir erst meine Frage.“ Das Gesicht stellte mir ein Koboldsrätsel par excellance. „Worauf kann man schlafen, worauf kann man sitzen und worauf kann man reiten?“ Ich suchte fieberhaft nach einer Antwort, wenn mich wirklich sein Meister geschickt haben solle, dann hätte ich sofort das Rätsel beantworten müssen. Aber ich stand da, unwissend welche Antwort ich geben sollte. Hatte ich doch zu große Angst vor den Konsequenzen die folgen könnten, wenn ich eine falsche Antwort geben würde. Nun „Worauf kann man schlafen, worauf kann man sitzen und worauf kann man reiten?“ ließ ich mir noch einmal durch den Kopf gehen. Ich wollte schon die makabere Antwort „eine Frau!“ sagen, als mir eine noch viel leichtere Aussage in den Sinn kam!
Und ich sprach „ein Bett, ein Stuhl und ein Pferd!“. Mit diesen Worten verschwand der Kahlkopf und die Tür zum Heiligtum sprang auf! Ich erkannte sofort die Maske, sie war genau wie Vigo Patras sie mir beschrieben hatte. Eine feuerrote Maske mit verzerrtem Gesicht, Hörnern, kleinen Füßen und einer langen, roten, gespaltenen Zunge!
Ich schnappte mir die Götze und schlich ins Obergeschoss, wo ich das Haus über den Balkon verließ. Ich verfing mich in den Dornenranken und spürte nach einigen Schritten, dass meine Sinne schwankten, giftige Ranken! schoss es mir durch den Kopf. Ich erklimm mühsam die Mauer und verließ das Grundstück des Sammlers. Ich schlief die Nacht unter Deck der „Hammerhai“, dem Schiff mit dem ich auch angekommen war. Ich ließ mir meine Belohnung geben und übergab die Götze dem Kapitän, der ein guter Freund von Vigo Patras ist.
Man ließ mich in Neetha raus…
„Das Geheimnis der Zyklopen“
Eine unglaubliche Geschichte um ein zwölfgöttliches Artefakt
Da war ich nun in Neetha. Ich weiß nicht wie weit die Geschichten um mich Verbreitung fanden, und warum ausgerechnet der Horas persönlich, ausgerechnet mich fragte ihm einen Gefallen zu tun, den ich nicht abschlagen konnte. Ich sollte für die Praios-Kirche…
Ich erinnere mich auf dem Weg zu den sagenumwobenen Zyklopeninseln, reiste ich per exquisitem Schiff. Na ja, Pech für mich das ich mir diesen Ring hab unterschummeln lassen, eine dicke Geldstrafe bezahlen musste und das Schiff verlassen durfte.
Endlich in Sienna angekommen, ging es auch gleich heiß her. Fünf Bauern verfolgten bewaffnet einen Mann der keine Waffe bei sich trug. Ich verstellte den Bauern den Weg und schickte sie mittels Zauberei in die Flucht. Die Bauern sprachen von einem Medaillon, welches der Fremde entwendet haben sollte, ich fragte beiläufig danach, stieß aber auf keine wirkliche Information. Kurz vor Rethis trennten sich unsere Wege, und jeder ging alleine weiter.
Rethis, die Perle der Zyklopeninseln, das Handelszentrum, das nur so vor Menschen überquillt. Ein Bettler, dem ich einen Silbertaler gab, warnte mich vor den Soldaten des Seekönigs Mermydion. Ich ging darauf hin in den dortigen Praoistempel. Ich redete mit Bruder Palmidros, der mir daraufhin einiges über den Kult des Namenlosen erzählte, meiner Meinung nach aber erzählte er ein wenig zu viel was er gar nicht hätte wissen können.
Ich packte ihn mir und Volltreffer, ich fand das Amulett der Hesinde in seiner Tasche.
Ich meldete den Vorfall, da sich der scheinbare Palmidros plötzlich in einen gänzlich anderen Mann verwandelte. Der echte Palmidros aber lag bewusstlos im Raum nebenan.
Am Abend überlegte ich was ich tun könnte um an die anderen Amulette dran zu kommen, als mir die Entscheidung abgenommen wurde, indem man mich bewusstlos schlug!
Man hatte mich vor den Soldaten des Seekönigs gewarnt doch nun war es zu spät. Ich wurde dazu gezwungen ihnen zu helfen. Wir fuhren gerade mit einem Schiff nach Mylamas, denn Schmuggler sollten dort ihr Unwesen treiben. Auf Mylamas wurde ich von den Soldaten im Kampf getrennt, gut für mich, denn ich verfolgte einen Schmuggler und stellte ihn direkt bei seinen Booten. Ich verscheuchte alle mittels des Horriphobus, und nahm mir die Amulette des Rondra und des Efferd.
Wir fuhren weiter, doch ein Seebeben beendete unsere Ausfahrt. Ich strandete nachdem ich nur mit Glück überlebt hatte, auf einer Insel, namens Putras. Ich wurde sofort on einigen Thorwalern, starke Hünen aus dem Norden, aufgefischt und musste ihnen Küstendörfer nennen die gut zu überfallen war. Ich nannte ein paar Namen die mir in den Sinn kamen, dabei entging mir das Amulett der Travia um seinen Hals natürlich nicht.
Drei Tage später hielten wir auf Phyrgaios zu. Diese Gegend war bekannt für ihre Gefährlichkeit für Schiffe, und so kam es wie es kommen musste. Das Schiff lief auf Grund und zerschellte! Warum mich das Schicksal ein zweites Mal verschonte war mir unklar! Ich nahm das Amulett, denn der Hauptmann hatte auch überlebt, konnte mir aber nichts entgegen setzen.
Auf der Insel, wo ich jetzt gelandet war, war der Haupttempel des Namenlosen! Ich beschwor mir vorsichtshalber einen Braggu, der über mich wachen sollte und dies auch tat. Ich fand den missgestalteten Tempel, der überfüllt mit unheimlichen Statuen war. In einem Raum stieß ich wahrhaftig auf wiederstand.
Mehrere Geweihte waren dabei eines ihrer unheiligen Rituale zu vollführen, als mir eine Idee kam. Ich schrie ein paar Mal, um für Unruhe zu sorgen. Aufgebracht stürmten die Geweihten hinaus, und ich schlich hinein. Um den Hals der knienden Statue waren sechs Amulette, die ich sofort an mich nahm und den Tempel verließ!
So schnell meine Beine mich tragen konnten, rannte ich davon. Ein Schiff brachte mich nach Baltrea, wo ein Händler angeblich ein Amulett besäße. Ich fand den Händler, dieser aber meinte er hätte es nicht mehr…
Auf gut Glück fuhr ich nach Phenos, denn dort trauen sich die Menschen nicht hin. Ich kam auf eine wunderschöne natürliche Insel, auf der wirklich magische Wesen wohnten!
Ich stieß auf Wichtel, Kobolde und Einhörner und dann auch auf einen wahrhaftigen Zyklopen, mit dem ich meine Kräfte messen musste! Ich schüchterte ihn nur ein mittels eines Horriphobus, doch der Braggu der mich beschützte das sein übriges. Ich befiel dem Braggu zu verschwinden, als der Zyklop sich ergab! Die Wichtel meinten sie wollen mir helfen und so erhielt ich die beste Hilfe, die ich mir zu dem Zeitpunkt hatte vorstellen können. Er übergab mir die letzten beiden Amulette!! Und nach mehrmaligen Fragen, durfte ich wirklich einige Phiolen mit Blut, Tränen und Milch der magischen Tiere füllen!!
Ich brachte die Amulette zurück nach Neetha in den Praoistempel, wo sie, hoffe ich, heute noch liegt… Ach ja, für meine Mühen übergab mir der Horas zweihundert Dukaten!
Der Brief
Des Nachts um die vierte Morgenstunde erreichte eine kleine, rauchige Fledermaus, dämonischer Art, das Zimmer der Akademieleiterin des Konvents der verfinsterten Sonnenscheibe, Sphärenkundliches Institut und Halle der Geister zu Brabak: Demelioe Nanoniella Terbysios. Sofort wusste sie um was es sich handelte. Einer ihrer Bekannten oder gar ein Schüler, wie in diesem Falle, hat ihr eine Nachricht zukommen lassen, per Nuntiovolo.
Die kleine Fledermaus hielt ein Pergament in den Händen. Sie öffnete den Brief und las:
Eure Spektabilität Demelioe Nanoniella Terbysios,
die temporare ist bald überwunden. Ich zähle nun schon fünf Götterläufe und zweihundertdreizehn Tage die Titulatur des Adeptus Minore, aber schon bald soll man mich einen Adeptus Maiore titulieren! Der Causus meines Briefes, ist eine Bitte … nein besser ein Vorschlag an sie, eure Spektabilität, denn ich bin kein Speichellecker, wie andere Kollegen. Ich bin immer noch nicht von einem Daimon okkupiert und es wird auch nicht in Future geschehen, denn meine Arkane Macht ist immens. Ich will nach Abschlusses des dreizehnten Ingerimm das Freie Wissenschaftliche Institut zur Erforschung, Klassifizierung und Vertiefung Arkaner, Übersinnlicher Kräfte und Phänomene unter dem Schutz Unserer Herrin Hesinde zu Kuslik visitieren! Ich möchte meine arkanen Kräfte erweitern, und die Canti der metamagischen Magica mit den daimonischen, heptessentischen Canti akkumulieren.
Meine Faszination pro die daimonische Invokationen war immens, doch interessiert mich jetzt auch die Reinvokatio. Auch die Magica Clarobservantia wird dort ausreichend gelehrt, und wer weiß vielleicht trage ich den einen oder anderen Cantus in unsere Halle.
Eure Spektabilität, Demelioe Nanoniella Terbysios, ich brauche eine Genehmigung ihrerseits um an dem Kusliker Institut studieren zu dürfen. Ich erwarte die Genehmigung sehnsüchtig.
Euer Wohlpraktizierender Adeptus,
Thezmar Jurgavist
Ein Grinsen huschte über ihre Lippen, der Junge war übermütig, aber vielleicht wirklich stark.
Auf jeden Fall konnte man über viele Studiosi stolz sein. Sie ergriff Feder und Tinte und schrieb…
Daimon im Raum
Ganz einfach! Erstmal spreche ich vorsichtshalber den Gardianum gegen Daimonen, danach einen Reversalis Revidum mit verkürzter Zauberdauer. Denn mit so einem verdammten Daimon, der sich verirrt hat ist nicht zu Spaßen. Ich warte eine kurze Zeit ab, ein Paar Sekunden, mehr nicht. Ich versuche herauszufinden um welchen Daimon es sich handelt. Ich versuche Hörner auszumachen und andere Merkmale, vielleicht kenne ich ihn ja. Habe ich erstmal seine Merkmale herausgefunden, konzentriere ich mich auf die Formel. Jetzt wird es schwer, das abschätzen zwischen dem Invocatio Minor und Maior. Es sollte nicht zu lange dauern, denn ich bin alleine im Raum mit dem Daimon, heißt entweder der Invocatio Minor oder der Maior mit zwei- bis dreimal verkürzter Zauberdauer. Jetzt heißt es noch bloß nicht aus der Ruhe bringen lassen. Die Anstrengungen des letzten Tages stehen mir ins Gesicht geschrieben. Bloß nicht ablenken lassen, wenn der Daimon gegen das Schild donnert. Auch wenn er es durchbrochen hat, einfach weiter auf die Matrices konzentrieren, denn es kann dann nicht mehr lange dauern, und die reversalierte Matrix des Invocatione wird ihn wegreißen…
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